Als letzte Dating-App im Jahre 2025 werden wir einen Blick auf Lovetastic werfen. Ein Konzept, bei dem ich jedenfalls zum Anfang mächtig die Augenbraue verzogen habe. Ist es heutzutage noch möglich, Menschen ohne Preisgabe des halben Lebens in Form von Bildern kennenzulernen? Ist Lovetastic vielleicht nicht doch nur ein Sammelplatz für Trolle und eine weitere App mit leeren Versprechungen? Lass es uns gemeinsam herausfinden, wo genau die Stärken und Schwächen dieses Dating-Konzeptes stecken.
Was genau ist Lovetastic?
Lovetastic ist eine der großen Ausnahmen, wenn man eine große Plattform an Singles erwartet. Doch worin sich diese Plattform definitiv unterscheidet, ist die Art, wie man Menschen begegnet, denn auf Lovetastic ist die eigene Authentizität der Trumpf. Es gibt eben keine oder mit KI nachbearbeiteten Bilder, durch welche wir verleitet werden, in Schubladen zu denken – nur die Kommunikation. Der wahre Mensch hinter dem Profil ist entweder interessant oder eben nicht.
Wie Lovetastic funktioniert
Auf Lovetastic erstellen wir ein Profil, indem wir insgesamt acht Basics zu unserer Person ausfüllen können. Neben den bekannten Evergreens wie Wohnort, Körpergröße als auch Körperbau können wir unter anderem auch angeben, welchen aktuellen Haartrend wir besitzen, welcher Beschäftigung wir nachgehen oder welche Hobbies wir verfolgen.
Abgerundet werden diese Basics dann durch die eigene Beschreibung oder den größten Pluspunkt: durch das Hinzufügen der eigenen Stimme, welche somit das eigene Profil regelrecht gegenüber jenen Nutzern hervorhebt, die sich nicht die Mühe gemacht haben, eine kleine Aufnahme zu machen.
Sobald wir unser Profil ausgefüllt und bestenfalls mit unserer eigenen Stimme hinterlegt haben, können wir damit beginnen, uns auf die Suche nach interessanten Profilen zu machen – oder gar selbst gefunden werden.
Das Lovetastic-Prinzip
Diese Plattform lebt von den Profilen jener, die sich auch Mühe machen, das eigene Profil mit nützlichen Informationen zu füllen. Das Konzept lebt und fällt also mit deren Nutzern, ohne jene optischen Reize, wie man sie von anderen Plattformen kennt. Doch dies macht Lovetastic ein wenig besonders. Denn man erhält somit einen gewissen Retro-Charme der frühen 2000er Jahre zurück, bei denen mehr der Mensch im Mittelpunkt stand und nicht die Highlife-Bilder des letzten Trips nach Bali oder jener Leute, die nur versuchen, den persönlichen Marktwert zu überprüfen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Dating-Apps gibt es keine regulären Bezahlschranken: Wir können nach Lust und Laune die Profile anderer Nutzer durchstöbern. Wer jedoch seine Chancen auf ein potenzielles Date erhöhen möchte, der kann für einen kleinen Betrag eine VIP- (ein Monat für 15,99 EUR) oder gar Platinum-Mitgliedschaft (ein Monat für 31,99 EUR) abschließen. || Preisangaben vom Stand 10.12.2025
Die genannten Mitgliedschaften rücken vor allem dann in den Vordergrund, wenn es darum geht, jene Profile aufzudecken, die einen selbst geliked haben. Denn ohne eine solche Mitgliedschaft bleibt uns bloß der reguläre Weg, diesen Menschen zu finden. Dies bedeutet nämlich, sich durch alle Mitgliederprofile zu klicken und zu hoffen, anhand des Alters und der Initialen das entsprechende Profil zu catchen und zu matchen.
Meine Kritik
Obwohl Lovetastic einen interessanten Ansatz verfolgt, der sich im Kern auf die Details und das Wesentliche seines potenziellen Matches befasst, so reichen die Angaben meines Erachtens nicht unbedingt aus, um ein besonders auffälliges bzw. ansprechendes Profil erstellen zu können. Gerade wenn optische Reize fehlen, sollte man dem Nutzer einräumen, sich vor allem kreativ ausdrücken zu können.
Ein Profilfeld für Hobbies ist schon recht nützlich, verfehlt jedoch die Wirkung, wenn man dort nur max. drei Stichwörter eintragen kann oder eben nur ein längeres Hobby eintragen kann wie: „Miniaturmodellbau“. Eine App wie Lovetastic würde viel mehr davon profitieren, wenn man die Nutzer ein wenig an die Hand nehmen würde, indem man diese ermutigt, ein vollständiges Profil auszufüllen.
Zusätzliche Fragen, welche vom Lovetastic-Team zur Profilerstellung hinzugefügt werden könnten, würden ein Profil nicht nur interessanter, sondern auch nochmal individueller machen. Zum Beispiel folgendes: Freizeitgestaltung: „Wie sieht dein perfekter Sonntag aus?“ / „Wenn du morgen spontan frei hättest: Wie würdest du den Tag verbringen?“ oder in einer Sektion über einen selbst: „Welche Kleinigkeit macht dir sofort bessere Laune?“.
Diese einfachen Fragen würden wie schon erwähnt das eigene Profil nicht nur individualisieren, sondern es ermöglichen, noch etwas mehr von seinem Match zu erfahren: Wissen, welches durchaus als potenter Eisbrecher oder als Brücke genutzt werden kann, um einen angenehmen Gesprächseinstieg zu schaffen.


