Die ersten Blicke auf Regina Halmich
Endlich, mit den ersten Blicken auf die Konkurrentin Regina Halmich, scheinen die Segel des Abends endlich auf Boxkampf gehisst zu sein. So dachte man es sich jedenfalls, denn nach knapp 10 Sekunden ist hier schon wieder Schluss und eine weitere Maz mit Stefan Raab und seiner Karriere im musikalischen Aspekt wird nun noch einmal in den Fokus gehoben.
Wir erinnern uns an Lena, Guildo Horn sowie an Max Mutzke, aber vor allem an den Maschendrahtzaun. Ebenfalls erinnern wir uns an das Space-Taxi, das uns durch die Komödie von (T)Raumschiff Surprise brachte. Letztere Songs erinnern doch stark daran, wie einfältige Refrains doch ein Garant für hohe Chartplatzierungen sind und dieses Konzept immer wieder aufgeht.
Nachdem es also geschafft ist und wir diese ganzen Erwähnungen über uns haben kommen lassen, können wir nun doch zum Boxkampf kommen. Ja, nein, doch – Werbung.
Hier endet der erste Teil zum Comeback von Stefan Raab.
Die Fortsetzung dieses Beitrags kommt am 18.11.2024
Hier geht es zur Fortsetzung
(Beinhaltet Verzweiflung, Respektlosigkeiten, eine Auferstehung wie Jesu sowie einen Boxkampf und Stimmen von Kritikern und meinem abschließenden Fazit)
Nach 72 Minuten voller Rückblicke, Gesprächen mit Z-Promis ...
.... geht es auch munter weiter mit weiteren Gesprächen, verpackter Werbung für die NFL und natürlich für das eigene Format RTL Plus, wie könnte es anders sein. Wir haben nun auch diese Gespräche geschafft, erhalten eine Nahaufnahme von Frank Buschmann, der gleich nochmal für ein anderes RTL Plus Format Werbung macht und dies versucht humoristisch zu verpacken mit "[...] Das war der Werbeteil von meiner Seite".
Obwohl wir nun gefühlt jeden Prominenten in der Halle kennen, und wir nun alles über Stefan Raab wissen sollten durch die ganzen Einspieler, die jede Lebenslage beleuchteten, wird RTL dennoch nicht müde, einen weiteren Rückblick zu übertragen.
Nach 86 Minuten der Verzweiflung
Dann gibt es doch nochmal ein Gespräch mit den Zuschauern im Raum. Doch dann endlich wird der Boxring heruntergelassen, mit ordentlich Tamtam und Feuerwerk. Dann aber doch nochmal Werbung?! Empörung und Genervtheit machen sich in meinem Inneren breit.
Nach 90 Minuten kann man endlich einen Boxkampf erwarten
Man sieht den Ringrichter, man sieht einen Kommentator und auch den Boxring. Es fehlen nur noch die Kämpfer des Abends, die schon so lange erwartet werden. Nach langen 99 Minuten kommt endlich die wahre Vorstellung von Regina Halmich. Nachdem Regina Halmich nun auch den Einlauf vollendet hat, wartet alles gespannt auf Stefan Raab. Wir schreiben die 105. Minute des Abends. Wenn die Vorband scheinbar länger spielt als der Hauptakt ist dies ein wahnsinnig schlechtes Zeichen für alle die sich dieses Event ansehen und auch freuten.
Nach 105 Minuten und die Respektlosigkeiten beginnen
Denn wer nun erwartet, einen spektakulären Auftritt von Stefan Raab zu sehen, wird bitterlich enttäuscht. Denn Spannung soll nicht nur unnötig durch einen Countdown erhöht werden, in welchem das Meme "3" von Jorge Gonzalez verwendet wird, es findet auch gefühlt keinen Abschluss, da der Countdown dann auch nochmal nach oben zählt.
Abgerundet wurde dies mit dem von Raab ausgesuchten Song als Einleitung, nämlich "Katzeklo" von Helge Schneider. Dieser – sofern bekannt – lehnt seinen eigenen Song ab, sodass man Meinungen ab einer gewissen Summe scheinbar ändern kann. Doch wer glaubt, dass nach Countdown und Einführungssong endlich der Moment gekommen ist, in dem wir Stefan Raab erblicken, der hat sich leider getäuscht.
Es folgt noch einmal der Countdown des von ihm bekannten Overvoices (die Stimme, die alles immer so schön ins Lächerliche ziehen kann). Dies führte dazu, dass eine große Treppe von der Decke des Stadions herabgelassen wird und endete mit einer Pamela Reif in einem Engelsoutfit, die wie eine Helene Fischer durchs Stadion fliegt.
Nach 113 Minuten: Stefan Raab als Jesus-Auferstehung
So steigt er im Wolkendunst die große Treppe herunter und lässt dabei nochmal ordentlich Pyrotechnik abbrennen. Gekleidet in einem dicken Bademantel, der ihn hoffentlich da oben schön warm hält, gedenken wir in diesem Augenblick an Regina Halmich, die bereits seit fast 30 Minuten da unten am Boxring steht und auf den vermeintlichen Gegner wartet.
Sportlich gesehen eher respektlos, da Muskeln relativ schnell auskühlen und es so auch nicht die feine englische Art ist, eine Frau – ob Konkurrentin oder nicht – so lange warten zu lassen.
Kann dann der Kampf beginnen, bitte?
Wir warten schon viel zu lange auf das hauptsächliche Ereignis. Mussten viel zu lange irgendwelchen uninteressanten Prominenten zuhören und vor allem bis dahin viel zu viel Werbung ertragen, sodass der Zeitpunkt für einen Boxkampf doch endlich gekommen sein müsste!
Doch wieder wird von einer Show in die nächste Show gehetzt, denn nun verschlägt es Stefan Raab dazu, selbst nochmal ein paar Minuten zu singen in einem Big-Band-Setting, während er seinen Song „Pa aufs Maul“ performt, begleitet von den gerade noch eher bekannten Sängern wie Sido und Ski Aggu.
Nach 123 Minuten - der Kampf beginnt!
Doch zuvor gib es erst einmal Werbung, für 2 Minuten und 30 Sekunden. Bevor der Kampf beginnt, verneigte sich Stefan Raab sogar vor Regina Halmich, doch machte diese Geste durch Muskelspielerei gleich wieder kaputt.
Wir sehen nach der Werbung einen Stefan Raab, der tatsächlich 6 Runden (1:58 Minuten Rundendauer) durchhält (wobei wirklich jede Runde mit einer kurzen Werbepause unterbrochen wird). Es ist deutlich sichtbar, dass er gut abspeckte, um sich und vor allem wegen der Presse wahrscheinlich nicht zu blamieren, doch dafür kassierte er eben umso mehr im Ring.
Auch wenn es anfangs hieß:
“Wir machen zwar hier viel, viel Smökes nebenbei, aber nochmal, das ist kein Showkampf heute Abend, das ist wirklich ein Boxkampf. Es wird wahrscheinlich sogar Blut fließen, weil die beiden das einfach sehr, sehr ernst nehmen.
”
Davon ist tatsächlich nicht viel zu sehen. Stefan Raab, körperlich und vom Gewicht her total benachteiligt, aber dafür in wahnsinnig schlechter Kondition, schafft es nicht einmal mit einem Lucky Punch, seine Gegnerin zu attackieren, sodass während des ganzen Kampfgeschehens immer deutlicher wird, dass dies eben am Ende doch nur ein Showkampf ist, und was noch deutlicher wird, dass er im Alter seinen Biss verloren hat, um einen Wettkampf gewinnen zu wollen.
Das Ende des Hauptakts ist der Anfang der Werbesendung
Nach insgesamt 164 Minuten, also knapp 2,7 Stunden, ist es überstanden. Der Kampf ist vorbei. Das Feuerwerk ist abgefeuert, und wir sehen nun einen Stefan Raab in einer Duschkabine und können auch über die Werbepause hinweg beobachten, wie er duscht. Toll, da kicken die Voyeurismus-Vibes.
Diesen Abend habe ich mir definitiv anders vorgestellt. Dafür, dass man fast drei Stunden einem solchen Event zugesehen hat, war der Hauptgang mit knapp zehn Minuten wirklich viel zu kurz.
Nach dem Duschen geht es direkt zur Pressekonferenz, wobei Stefan dort mit 'seiner' Band, den Heavytones, auftaucht. Ein noch schlechteres Vorzeichen für Sebastian Pufpaff, der in der Vergangenheit das Showformat TV Total von Stefan Raab übernommen hat, kann es kaum geben. Obwohl die Heavytones bis zum Jahresende einen bindenden Vertrag mit dem Banijay Produktionshaus, das die Muttergesellschaft von Brainpool ist, scheinen diese eher an Vertragsbruch interessiert zu sein.
Die Folgen für TV Total
Es war der 18. September, die erste Sendung nach einem großen Event und einem inszenierten Comeback von Stefan Raab. Die Sendung beginnt nicht wie im Studio wie üblich, sondern bereits hinter den Kulissen, wo mit offenen Karten gespielt und dem Zuschauer offenbart, dass die Heavytones nicht weiter für TV Total aktiv sein werden.
Welch ein unschönes Vorzeichen, das einen Schatten über die Sendung von Sebastian Pufpaff wirft. Doch versucht man dies humoristisch zu überspielen, in dem nun eine neue Band vom "Musikerstrich" zusammengestellt wird. Wir sehen also eine Abfolge von Szenen mit einem Sebastian Pufpaff, der auf Achse ist und sich eine neue Band zusammenstellt mit dem Namen "Klinke Supreme" und fortan nun in der Musikecke der Sendung zu finden ist.
Liebevoller Seitenhieb auf RTL
Doch nicht nur die neue Band wurde humoristisch eingeleitet. Denn auch mit dem Comeback von Stefan Raab ging man ebenso humoristisch um. Denn wenn eins aufgefallen ist, dann wohl die regelrechten Gottesvergleiche, welche Stefan Raab anstrebte mit seiner Comeback-Show.
Das nahm sich das Team um Sebastian Pufpaff als Aufhänger und duplizierte diese Szene schnell für sich selbst.
Somit wurde aus der sonst weiblichen Ansagerin zu Showbeginn nun ein Mann in seinen 30ern mit einem Anzug, der sich darüber lustig machte und die Abwesenheit sowie das nun folgende Comeback von ganzen sieben Tagen von Sebastian Pufpaff anmoderierte.
Selbst Sebastian Pufpaff parodierte liebevoll die Feuerwerkseinlage von Stefan Raab mit minimalistischen Mitteln, was die Lächerlichkeit noch einmal vollständig versinnbildlichte und somit das Konzept von TV Total nochmalig unterstrich, andere TV-Formate aufs Korn zu nehmen.
Kritiken und Meinungen anderer Formate
Der Einstieg von Stefan Raab mit „Du gewinnst hier nicht die Million“ sorgte für große Erwartungen, doch die ersten Reaktionen waren alles andere als eindeutig positiv. Besonders die humoristischen Elemente, die Raab in die Show einbrachte, stießen auf geteilte Meinungen. Kritiker bemängelten, dass die Gags zu sehr auf „Nostalgie-Käse“ setzten, der insbesondere das ältere Publikum ansprechen solle, während die jüngere Zielgruppe sich eher ausgeschlossen fühlte. Diese Mischung aus Althergebrachtem und dem Versuch, neue Akzente zu setzen, kam nur teilweise gut an.
Ein Sprecher von RTL+ erklärte, dass der Show ein gewisser Charme innewohne, jedoch auch klar wurde, dass der Humor des Moderators nicht mehr zu jeder Zeit auf der Höhe der Zeit sei.
Auch die Zuschauerzahlen gaben Anlass zur Sorge. Obwohl die Show zu Beginn mit etwa 790.000 Zuschauer im linearen Fernsehen und rund 2 Millionen Abrufen auf RTL+ einen starken Start hinlegte, nahm die Quote mit jeder weiteren Folge deutlich ab. Dabei zeigte sich, dass die Zuschauer vor allem die nostalgischen Elemente von Raabs Comeback mochten, jedoch die fehlende Weiterentwicklung der Show und die wiederholte Nutzung von altbekannten Gags als wenig innovativ empfanden.
In der letzten Sendung am 6. November mit Thomas Gottschalk als Gast wurde die Stimmung nicht besser – die Show lief zwar noch gut auf der Streaming-Plattform, aber auch die kritischen Stimmen nahmen zu. Dass Raab in den Fokus von Kritik geriet, war für viele nicht überraschend, da er trotz seines Comebacks Schwierigkeiten hatte, den Spagat zwischen Nostalgie und Innovation zu schaffen.
Quellen: Wikipedia / Moviepilot
Abschließendes Fazit
Im Großen und Ganzen hinterlässt das Comeback von Stefan Raab und die darauffolgenden Folgen einen eher zwiespältigen Eindruck. Obwohl Raab mit seiner Rückkehr viel Aufmerksamkeit und Aufsehen erregt hat, bleibt der Eindruck, dass er in eine Ära zurückgekehrt ist, in der sein humoristisches Konzept nicht mehr richtig funktioniert.
Es wirkt fast, als versuche er mit aller Kraft, einer Show ein zweites Leben einzuhauchen, obwohl die Zeiten und Erwartungen längst andere geworden sind. Statt einem witzigen Comeback, das den Zuschauer mitreißt, gibt es eher das Gefühl, dass er sich selbst und die Show zu sehr dehnt – nicht aus Leidenschaft, sondern aus der Notwendigkeit heraus.





