Heute nehme ich mir etwas Zeit für eine besondere Ausgabe des Screenshot Wednesday. Denn als ich die Screenshots sah, wusste ich, welchen Leidensweg ich hinter mir hatte. Einen Weg, der gewiss eine Story mitbringt, die einige Spieler unter euch sicherlich nachempfinden können. Darum viel Vergnügen mit der siebten Ausgabe des Screenshot Wednesdays in der Story Time Edition.
Es ist einer dieser virtuellen Tage im Landwirtschafts-Simulator, die einen einfach packen, auf einem herumkauen und dann undankbar ausspucken, wenngleich man dennoch stolz auf das fertige Ergebnis sein kann. Doch erst einmal:
Wie alles begann
Es war der September, der Startschuss für meine frisch gekauften Felder der ersten Season und deren Ernte. Ich blicke auf insgesamt fünf Felder zurück:
- Rote Bete: 3,7 ha
- Karotten: 1,5 ha
- Hafer: 5,5 ha + 1,8 ha
- Zuckerrüben: 2,6 ha
Gleichzeitig habe ich mich finanziell etwas ruiniert, indem ich direkt in die Produktionsketten mit den entsprechenden Fabriken eingestiegen bin, um Rote Bete und Karotten gleich richtig verwirtschaften zu können. Um in der Zwischenzeit die Kosten etwas zu reduzieren, habe ich zwei Lohnarbeiten angenommen. Einmal Pflügen auf Feld 39 mit einer Fläche von 5,6 ha und einmal Ernten auf dem Feld 7 mit insgesamt 4,8 ha.
Zum besseren Vorstellungsvermögen hier einmal die Karte, auf welcher ich aktuell unterwegs bin:
Doch nun zu den Problemen
Während es mein erstes Rodeo mit Roter Bete und Karotten war, merkte ich erst einmal, welche starken Beschränkungen die Gemüsetechnik mit sich bringt. Nicht nur, dass andere Pflanzenarten effektiver aus dem Boden geholt werden (über die Bearbeitungsbreite) – nein, es gibt auch deutliche Abstriche in der Arbeitsgeschwindigkeit.
Für Rote Bete, Karotten und Pastinaken werden nämlich Maschinen von Dewulf benötigt. Diese ermöglichen eine direkte Ernte aus dem Boden, jedoch mit einem gewissen Twist.
Denn viele von den doch erschwinglichen Klemmbandrodern sind so konzipiert, dass man eine zweite Person benötigt, um die Waren aus der Maschine direkt in den Anhänger zu befördern.
Wir haben also folgende Probleme: Geringe Effektivität durch minimale Bearbeitungsbreite und eingeschränkte Nutzbarkeit durch die fehlende zweite Person für dieses Unterfangen. Nur eine einzige Ausführung von Dewulf ist so konzipiert, dass die Maschine das Gemüse für eine kurze Zeit einlagert, weswegen es nur mit diesem speziellen Typen möglich ist, Helfer zu beschäftigen.
Aufgrund der mauen Kasse habe ich mir nur einen Anhänger geliehen, sodass ich zwischen den Feldern der Karotten und meiner Roten Bete immer wieder Schleifen gefahren bin, während auf dem Feld 39 weit draußen der Helfer den Lohnauftrag "Pflügen" für mich durchführte. Doch von einem Auftrag kann man schlecht leben, also entschied ich mich dazu, auch noch einen zweiten und dritten Auftrag anzunehmen.
Es wird richtig ährenlos
(ja, dies war ein Wortwitz und er enthielt Gluten 🌾 :'D)
In den meisten Fällen erhält man für den Auftrag auch die passenden Fahrzeuge, doch in diesem Fall hat es das eher komplizierter statt angenehmer gemacht. Ich erhielt für den Auftrag "Ernte Rote Bete" auf Feld 7 mit insgesamt 4,8 ha zu bearbeitender Fläche einen leistungsstarken Traktor sowie zwei Drehschemelanhänger – für mich der absolute Endgegner.
Ich habe also nun den großen Anhänger, den ich bereits für meine eigenen Felder im Einsatz hatte, ebenso genutzt, um auch auf Feld 7 die geerntete Rote Bete logistisch in Bewegung zu bringen. Denn der wahre Horror kam dann noch. Ich freute mich ein wenig zu sehr zu sehen, dass ich für den Auftrag die größte Erntemaschine von Dewulf bekommen habe. Doch der Nachteil, den ich weiter oben schon erwähnte, griff auch hier ins Schicksal ein.
Denn diese Maschine kann nicht alleine von einem Helfer bewerkstelligt werden und es brauchte mich hierbei aktiv, der nebenher fährt, damit die Maschine direkt in den Anhänger verladen kann. Ist dies nicht gegeben, so bewegt sie sich kein Stück.
Damit haben wir nun den Super-GAU erreicht. Zwei Felder, die Gemüsetechnik benötigen, nur einen Anhänger und dafür aber insgesamt drei Maschinen, wovon zwei zwar die Feldfrucht aufbewahren bis zum Umladen, aber die dritte Maschine dafür eben ständig begleitet werden muss. Geärgert hat mich dann zusätzlich noch dreimaliger Starkregen, der das Ernten zwangsläufig unterbrochen hat, da die schweren Fahrzeuge im Schlamm des Feldes versunken sind.
Nach gefühlt 30 Touren zwischen den einzelnen Feldern, einem wirklich ungünstigen Abgabeort für die Rote Bete als auch den ständigen Regenfällen kann ich sagen, dass ich trotz der ganzen Herausforderungen die Jobs gemeistert habe und nun auf einen Gameplay-Augenblick zurückblicken kann mit einem Lächeln. So sollten sich Simulatoren anfühlen: Etwas fordernd, dreckig, aber stolz und glücklich.
Was war dein schönster Gaming-Moment in dieser Woche?




