Die Wünsche von einigen wurden nach vielen Jahren endlich gehört. Der Zahlungsdienstleister PayPal ist nun auch als Zahlungsmethode auf Amazon.de verfügbar, doch möglicherweise nicht so, wie man es sich vorgestellt hat.
Warum Amazon bis heute kein normales PayPal akzeptiert
Es gibt diese kleine Kuriosität im Internet: Du kannst bei gefühlt jedem zweiten Online-Shop mit PayPal bezahlen – aber wenn Du bei Amazon einkaufst, suchst Du die Option vergeblich. Gleichzeitig ist auch Amazons eigener Dienst Amazon Pay bei vielen Händlern vertreten – unangefochtener Platzhirsch bleibt aber dennoch PayPal selbst.
Wir schreiben das Jahr 2002. Amazon und eBay sind zwei der großen Namen im jungen Onlinehandel. Während Amazon sich anfangs auf Bücher fokussiert und später immer mehr Waren verkauft, ist eBay der riesige Marktplatz für Auktionen. Doch beim Konkurrenten eBay passiert etwas Entscheidendes: Denn eBay kauft PayPal.
Für rund 1,5 Milliarden US-Dollar legt eBay damals dafür auf den Tisch. PayPal war zu diesem Zeitpunkt bereits besonders stark auf eBay vertreten – laut damaligen Angaben wurden rund 60 Prozent der PayPal-Geschäfte über eBay abgewickelt. Damit gehört eines der damals wichtigsten Online-Bezahlsysteme plötzlich zum größten Konkurrenten.
Amazon hatte also gewissermaßen die Wahl: Sollten wir uns dazu entscheiden, das Bezahlsystem unseres Konkurrenten in unser System zu integrieren, oder sollten wir uns vielleicht überlegen, eine eigene Bezahlmethode auf den Markt zu bringen?
Die Antwort war eindeutig und von der Einleitung schon in die Wege geleitet – Amazon entschied sich für Letzteres.
Es war das Jahr 2007, da startete Amazon seinen eigenen Zahlungsdienst Amazon Payments, aus dem später Amazon Pay wurde. Amazon hatte damit nicht nur einen eigenen Marktplatz, sondern auch ein eigenes Zahlungssystem.
Eine ziemlich kuriose Situation
Denn PayPal wurde 2015 zwar wieder von eBay abgespalten und ist seitdem ein eigenständiges Unternehmen, aber die alte Trennung blieb praktisch bestehen Amazon hatte also nun inzwischen sein eigenes Zahlungssystem und damit wenig Grund, seinem ehemaligen Konkurrenten nachträglich einen Platz im eigenen Checkout einzuräumen.
Die Ironie an der Geschichte?
Es ist nun 2026 – Amazon und PayPal arbeiten nun inzwischen durchaus wieder zusammen – allerdings nicht so, wie man es erwarten würde. Denn in Deutschland und Österreich bietet Amazon mittlerweile PayPal-Ratenzahlung für bestimmte Einkäufe an. Eine normale PayPal-Zahlung wie bei vielen anderen Online-Shops gibt es dadurch aber weiterhin nicht. Aus der einstigen Konkurrenz wurde also eine vorsichtige Kooperation zwischen zwei Giganten.
Ein möglicher Hintergrund
Am 17. Dezember 2025 erhielten Kunden, welche den Finanzierungsrahmen und damit Ratenzahlungen von Barclays nutzten, eine E-Mail mit der Ankündigung, dass der Finanzierungsrahmen auf Amazon.de zum 07.01.2026 eingestellt wird. Der Finanzierungsrahmen, Verträge und bestehenden Vereinbarungen blieben hierbei unverändert gültig und sind auf den neuen Eigentümer BAWAG AG Niederlassung Deutschland (“BAWAG”) übergegangen.
Als Alternative wurde von Amazon dann die eigene VISA-Kreditkarte beworben, doch möglicherweise war dieses Angebot eben für die Kunden letztendlich weniger überzeugend, sodass man ein stärkeres Zugpferd für Ratenzahlungen benötigte, was den frischen Wind auf Seiten von PayPal definitiv erklären würde.
Amazon und PayPal wieder vereint – zumindest ein bisschen. Was hältst Du davon?
Bildquellen: KI-generierter Teaser,
Quellen: Internet-Archiv, teltarif.de, Amazon.de (zu "Einstellung von Barclays")