Mit dieser Nachricht könnte dein Wochenende nochmal deutlich besser werden, denn Nutzer von ChatGPT - dem Vorzeigeprodukt von OpenAI im Bereich künstlicher Intelligenz - bekommen endlich die Preisanpassung, die sie sich lange gewünscht haben. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Welchen Haken es gibt, für wen sich das Ganze wirklich lohnt und warum dein Geldbeutel spürbar entlastet wird, ohne große Einbußen bei der Qualität – genau das schauen wir uns heute an.
Was genau wurde günstiger?
Einige von uns kennen ja bereits die drei Basistarife von ChatGPT: das freie Modell, welches durchweg gute Arbeit leistet, jedoch mit spürbaren Einschränkungen, sowie den sogenannten Plus-Tarif - den Tarif, den wohl die größte Zielgruppe der Privatanwender anstrebt.
Hierbei handelt es sich um das direkte Upgrade, welches einem schnellere sowie unterschiedliche KI-Modelle, mehrere Uploads und zusätzliche Erstellmöglichkeiten (Bilder / Videos via Sora) bietet und auch für Hobby-Programmierer durch Codex interessant sein kann. Genau hier setzt OpenAI nun an: Mit einer neuen Tarifstufe nach unten wurde endlich das umgesetzt, was sich viele Anwender gewünscht haben – ein sogenannter Zwischenschritt zwischen der freien Version und dem Plus-Tarif. Dieser nennt sich schlicht "Go".
Warum macht OpenAI das?
OpenAI reagiert damit nicht nur auf den wachsenden Konkurrenzdruck durch Anbieter wie Google (Gemini), Microsoft (Copilot) oder Anthropic (Claude), sondern verfolgt auch eine klare Strategie: möglichst viele Nutzer früh an die eigene Plattform zu binden, um sich langfristig als Standard im KI-Markt zu etablieren.
Denn OpenAI hat im Gegensatz zu Google oder Microsoft keine eigene Plattform wie Smartphones oder Betriebssysteme, auf denen man sich als Platzhirsch konkurrenzlos präsentieren könnte. Somit müssen sie diesen Vorsprung wettmachen, indem sie planen, wie sich die eigenen Lücken bestmöglich schließen lassen. Und genau hier setzt der relativ hohe Einstiegspreis von knapp 23,00 Euro bzw. 276,00 Euro pro Jahr an - eine Hürde, die es zu senken gilt, um Kunden früh abzuholen, bevor ein Konkurrent, der bereits tief im Betriebssystem verankert ist, nur auf die Gelegenheit wartet.
Wer erhält den neuen 'Go' Tarif von ChatGPT?
Generell kann jeder in den günstigeren "Go“-Tarif von ChatGPT wechseln, unabhängig davon, ob es sich um einen Bestands- oder Neukunden handelt. Bei der Tarifauswahl gibt es momentan (Stand: 20.03.) jedoch eine kleine technische Hürde zu überwinden. Ob diese gewollt oder ungewollt ist, lässt sich aktuell nur spekulieren.
Die Tarife und deren Unterschiede lassen sich bequem über folgende Seite ansehen und theoretisch auch direkt bestellen – wenn die Buttons denn auch die entsprechende Aktion ausführen würden. Aktuell landet man dabei jedoch lediglich wieder im GPT-Chat.
Da ich mein Abo über den Google Play-Service beziehe und somit zwei Euro gegenüber dem Preis auf der offiziellen Seite einspare, habe ich mir die Tarifstruktur einmal dort angesehen. Im Gegensatz zur Desktop-Webanwendung war es mir hier möglich, nach Ablauf der aktuellen Tarifstufe den Wechsel anzustoßen.
Solltest auch du vor dem Problem stehen, den Tarif nicht über die Website wechseln zu können, lohnt sich der Blick in die Android-App definitiv.
Für wen lohnt sich der Tarifwechsel von Plus auf Go?
Eine spannende Frage! Ich habe hier für euch einmal die wesentlichen Unterschiede direkt auf ein Bild gepackt, sodass jeder auf die Schnelle entscheiden kann, ob sich der Tarifwechsel lohnt, bevor wir die Hintergründe und auch die Nachteile des Ganzen einmal näher beleuchten:
Werfen wir einen genaueren Blick auf diese Aufstellung, fällt schnell auf, dass man mit dem Wechsel auf die Go-Tarifvariante einige liebgewonnene Features einbüßen würde. Besonders ins Auge ist mir hierbei der Punkt "Projekte, Aufgaben und individuelle GPTs“ gefallen. Denn ich nutze für unterschiedliche Gespräche tatsächlich sehr ausgiebig die Möglichkeit, diese in Projektmappen zu ordnen.
Doch mit einem noch etwas genaueren Blick in die Detailauflistung der einzelnen Tarife fällt auf, dass der Punkt „Projekte“ bereits ab dem Free-Modell als verfügbar gekennzeichnet ist. Also entspanntes Ausatmen bei mir und meinem Geldbeutel – hier schon einmal keine schlechte Wahl getroffen.
Einschränkungen auf einen Blick
Die folgenden Dienste bzw. Möglichkeiten fallen gänzlich weg oder funktionieren nur noch stark eingeschränkt in der Go-Variante (im Vergleich zu Plus):
- Keine automatisierte Aufgabenplanung (Agentenmodus)
- Keine Verbindung zu internen Apps wie GitHub
- Keine interaktiven Tabellen und Diagramme
- Keine Sora 1 (Videoerstellung)
- Nur eingeschränkte Deep-Research-Möglichkeiten
Darf es etwas Werbung für deine Unterhaltung sein?
Doch ein wesentlicher Punkt könnte sich demnächst auch für deutsche Anwender verändern!
Denn im Free- sowie im Go-Tarif von ChatGPT ist Werbung vorgesehen, wie man es auch von Netflix oder Disney kennt: Das Prinzip vergünstigter Tarife im Austausch für Werbeeinblendungen.
Dieser Punkt ist für Anwender in Deutschland jedoch noch nicht geplant, könnte aber demnächst umgesetzt werden, je nachdem wie sich die Tests in den USA entwickeln und sollte dementsprechend im Hinterkopf behalten werden.
Wie sich bestehende Funktionen verändern
Wir haben weiter oben geklärt, wie weit sich Einschränkungen aktiv bemerkbar machen. Funktionen fallen weg oder werden reduziert.
Doch inwieweit sind davon die Funktionen betroffen, welche aktiv weiterhin genutzt werden können?
Hierbei zeigt uns ein geleaktes Bild einen klaren Fokus, der die Sparmaßnahmen doch noch einmal verdeutlicht:
Während sich drei Uploads am Tag definitiv bemerkbar machen und der Unterschied der Kontextfenster sich um die Hälfte reduziert im Vergleich zum Plus-Abo, schaut man doch etwas skeptisch auf die ~ 480 Nachrichten, die einem in diesem Tarif eingeräumt werden.
Eine Zahl, welche Heavy-User sicherlich einen Schauer über den Rücken jagen lässt.
Mein persönliches Fazit
Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Kundenbindung. Denn einigen Personen sind die Einschränkungen des Free-Models einfach zu stark und der Preis des Pro-Models einfach zu hoch, für die vielen Funktionen, welche man vielleicht gar nicht vollkommen ausschöpft (Erstellung von Code oder Videomaterial, die Nutzung des Aufgaben/Agentenmodus). Eine Preisanpassung kommt daher gelegen für alle, die beim Frühjahrsputz auch mal ihre Abos aufräumen wollen.
Mit dem Wechsel vom Plus- zum Go-Tarif sparst Du monatlich rund 14 Euro. Das entspricht einer Preisreduktion von etwa 64 Prozent. Auf das Jahr gerechnet bleiben dir damit ganze 168 Euro mehr im Geldbeutel. Sofern man mit den offiziellen und inoffiziellen Einschränkungen arbeiten kann, ist ein Wechsel des Tarifs definitiv empfehlenswert.
Wirst Du auf den neuen Go-Tarif wechseln oder bleibst du beim Plus-Modell?
Schreib mir deine Meinung gerne in die Kommentare – mich würde besonders interessieren, wie stark dich die Einschränkungen im Alltag wirklich treffen.
Quellen: Preisübersicht ChatGPT, Help OpenAI, Reddit


