Throwback in das Jahr 2015: Damals, als Mobile-Games noch nicht jede freie Minute mit Battle Passes, Gacha-Systemen oder PvP-Zwang bombardiert haben und man einfach entspannt seine eigene Stadt hochziehen konnte. Möglicherweise funktioniert dieses Konzept auch im Jahre 2026 noch so gut - kommt mit in eine entspanntere Zeit.
Wer schon immer in Ruhe eine eigene Fantasy-Stadt aufbauen wollte, ohne ständig von anderen Spielern überrannt oder ausgeraubt zu werden, dürfte mit Elvenar ziemlich schnell warm werden. Seit 2015 wird das Spiel von InnoGames entwickelt – dem Studio hinter Forge of Empires. Während dort eher historische Zeitalter im Mittelpunkt stehen, setzt Elvenar komplett auf Fantasy mit Elfen, Menschen und später sogar weiteren Völkern.
Grundprinzip des Spiels
Elvenar ist ein klassisches Aufbau- und Strategiespiel, bei dem man seine eigene Stadt Stück für Stück erweitert, Produktionsketten optimiert und ständig neue Technologien erforscht. Die wichtigsten Grundressourcen sind dabei Gold und Werkzeuge, die praktisch für jedes Gebäude benötigt werden. Später kommen jedoch noch zahlreiche weitere Güter hinzu, wodurch das Spiel deutlich komplexer wird als es anfangs wirkt.
Gerade dieser langsame Fortschritt ist einer der Punkte, die Elvenar bis heute angenehm machen: Das Spiel zwingt einen nicht permanent zu Hektik, sondern belohnt langfristiges Planen und effizientes Bauen.
Der Einstieg ins Spiel
Zu Beginn entscheidet man sich zwischen Menschen und Elfen. Gameplay-technisch unterscheiden sich beide Fraktionen kaum – die Wahl beeinflusst hauptsächlich das Design der Gebäude und die Einheiten der Kaserne. Anschließend startet man mit einem kleinen Stadtgebiet, einem Hauptgebäude und dem Baumeister. Von dort aus führt das Spiel relativ angenehm durch die ersten Schritte.
Das Quest-System begleitet einen dabei dauerhaft. Meist laufen parallel eine Story-Quest und eine Nebenquest, die man bei Bedarf auch überspringen kann. Gerade am Anfang erklärt das Spiel darüber ziemlich gut seine Mechaniken, ohne den Spieler komplett zu überfordern.
Eine der größten Stärken von Elvenar ist der langfristige Spielfluss. Zwar wird das Spiel mit der Zeit deutlich umfangreicher, dennoch wirkt es selten chaotisch oder überladen – das schätzen viele Langzeitspieler bis heute
Der Forschungsbaum
Während die Stadt wächst, schaltet man nach und nach neue Technologien frei.
Der Forschungsbaum war bereits mit weiteren Updates im Jahr 2018 umfangreich, wurde inzwischen aber massiv erweitert. Mittlerweile gibt es deutlich mehr Kapitel, zusätzliche Kulturen und viele neue Produktionsmechaniken.
Im späteren Spielverlauf trifft man unter anderem auf Zwerge, Feen, Drachen, Phönixe oder sogar Unterwasser-Völker!
Mit jedem neuen Abschnitt verändern sich nicht nur die Gebäudeoptiken, sondern oft auch die Spielweise selbst, da dies den Weg ebnet für neue Produktionsketten.
Einige spätere Kulturen bringen zudem komplett neue Anforderungen mit sich, wodurch sich Elvenar selbst nach vielen Stunden noch überraschend abwechslungsreich anfühlt..
Die Gastvölker – Der eigentliche Langzeit-Motivator
Doch irgendwann baut man nicht mehr einfach nur stumpf seine Stadt aus. Stattdessen tauchen neue Völker auf, die eigene Gebäude, Ressourcen und Produktionsketten mitbringen. Genau dadurch verändert sich das Spiel später immer wieder ein wenig.
Die Gastvölker funktionieren dabei fast wie große Erweiterungen oder DLCs. Jedes Volk bringt neue Mechaniken, neue Gebäude-Designs und teilweise komplett andere Spielweisen mit, womit einem immer wieder frischer Wind ins Gameplay durch die Haare weht. Die Gastvölker sind nicht an Menschen oder Elfen gebunden. Je nach Spielstil bevorzugen viele Spieler jedoch bestimmte Kapitel stärker als andere.
Die besten Gastvölker für Menschen-Spieler
Waldelfen
Sie sind vor allem auf Mana-Produktion und effiziente Gebäude spezialisiert. Viele Spieler mögen sie außerdem wegen ihrer vergleichsweise angenehmen Produktionszeiten und der hübschen Natur-Optik. Besonders Menschen-Spieler profitieren davon, weil die größeren Menschen-Gebäude oft zusätzlichen Platz benötigen.
Zauberer & Drachen
Hier dreht sich vieles um große Gebäude, starke Ressourcenproduktion und sehr späte Endgame-Mechaniken. Vor allem aktive Spieler holen aus diesem Kapitel extrem viel heraus.
Die besten Gastvölker für Elfen-Spieler
Feen
Die Feen passen spielerisch perfekt zu Elfen. Das Kapitel setzt stark auf effiziente Produktionsketten und flexible Ressourcenverwaltung. Außerdem harmonieren die Gebäude optisch extrem gut mit Elfen-Städten.
Halblinge
Halblinge gelten bis heute als eines der angenehmsten Kapitel im Spiel. Die Produktionszeiten sind vergleichsweise entspannt und viele Gebäude liefern konstant gute Erträge. Gerade Elfen-Spieler profitieren hier vom generell kompakteren Stadtaufbau.
Die Weltkarte
Auf der Weltkarte entdeckt man neue Provinzen und auch seine Nachbarn.
Dafür schickt man zunächst einen Kundschafter los, der neue Gebiete erkundet. Durch das Einnehmen dieser Provinzen erhält man zusätzliche Erweiterungen für die eigene Stadt sowie neue Rohstoffe und Handelsmöglichkeiten.
Anders als viele andere Online-Aufbauspiele setzt Elvenar dabei kaum auf aggressives PvP.
Andere Spieler können weder die eigene Stadt angreifen noch Ressourcen plündern. Stattdessen liegt der Fokus eher auf Handel, Kooperation und langfristigem Aufbau.
Genau das macht Elvenar für viele Spieler - und eben auch für mich - deutlich entspannter als vergleichbare Titel wie Rise of Kingdoms oder Forge of Empires. Es muss nicht immer ein Wettkampf sein, wer ist der Stärkste oder hat den größten Lümmel. Einfach mal entspannen, abschalten und zusehen, wie die eigene Stadt immer weiter wächst.
Gemeinschaften und Events
Wer nicht komplett alleine spielen möchte, kann einer Gemeinschaft beitreten.
Wenn es auch kein klassisches Gildenkrieg-System gibt, bringen Gemeinschaften einige Vorteile mit sich. Man unterstützt sich gegenseitig, handelt günstiger miteinander und nimmt gemeinsam an Events teil. Besonders wichtig wurden über die Jahre die Gemeinschaftsabenteuer und der Turm der Ewigkeit. Dort arbeiten Spieler gemeinsam an Fortschritt, sammeln Relikte, Boni, Beschleuniger und seltenen Belohnungen.
Free2Play-Modell
Grundsätzlich bleibt Elvenar weiterhin ein Free2Play-Titel. Wer möchte, kann Echtgeld für Diamanten ausgeben, um Bauzeiten zu verkürzen oder schneller voranzukommen. Wirklich notwendig ist das allerdings nicht, wenn man die notwendige Geduld mitbringt.
Denn gerade geduldige Spieler können auch ohne Echtgeld über lange Zeit eine ziemlich beeindruckende Stadt aufbauen. Ebenso sind aber auch die Stimmen aus der Community laut, die sich darüber beschweren, dass der Fortschritt, gerade im späteren Spiel durch die angepasste Monetarisierung gerade zu inflationär zugenommen hat.
Menschen oder Elfen – Was ist heute besser?
Die Frage wird tatsächlich seit Jahren heiß diskutiert.
Rein spielerisch sind beide Fraktionen inzwischen relativ ausgeglichen. Unterschiede gibt es hauptsächlich bei:
- Gebäudeformen
- Platzbedarf
- Einheiten
- Stadtoptik
Menschen gelten allgemein als etwas kampfstärker und komfortabler für passive Spieler, während Elfen meist effizientere Gebäudelayouts und platzsparendere Produktionen bieten.
Am Ende entscheiden aber meistens zwei Dinge (und die persönliche Zufriedenheit):
- Welche Optik man lieber mag
- Ob man eher kämpfen oder effizient bauen möchte
Mein persönliches Fazit
Wer ein Aufbauspiel sucht, in dem der eigene Fortschritt im Vordergrund steht und dieser auch nicht durch feindselige Bedrohungen in Form von anderer Spieler gestört wird, findet hier ein Spiel zum Verbleiben. Die Grafik ist schon etwas in die Jahre gekommen, selbst in der Browserversion, lässt einem die etwas ältere Optik schon das Alte des Spieles ansehen.
Die Vergabe von Wissenspunkten mit einem Cooldown von knapp einer Stunde und die fortlaufende Monetarisierung sind definitiv vom Entwickler gewählte Werkzeuge, um das Spiel künstlich zu entschleunigen. Für nebenher auf dem zweiten Monitor und ohne zu großen Anspruch zu schnell immer schneller voranzukommen zu wollen, ist dieses Spiel aus der Vergangenheit definitiv einen Blick wert, um ein Stück Gaming-Geschichte einmal erlebt zu haben. Wer weiß, vielleicht bleibt ihr ja kleben. ;-)
Habt ihr früher selbst Elvenar gespielt oder seid vielleicht sogar heute noch aktiv?
Quellen: Elvenar Forum, Spielerfahrungen | Getestete Versionen: Android & Windows App sowie die Browserversion, die hier bewertet wird




