Was passiert, wenn Zweiter Weltkrieg auf rundenbasierte Divisionseinteilung trifft? Was geschieht, wenn klassische Karten mit früherer Kriegstechnik kombiniert wird? Genau, Eugen Productions lässt Steel Division 2 auf Steam los!
Was ist Steel Division 2?
Steel Division 2 ist ein weiteres taktisch-strategisches, rundenbasiertes Kriegsspiel, das aber eher gen Zweiter Weltkrieg spielt. In drei Runden wird gespielt, pro Runde kommen neue Einheiten dazu, dafür fallen die Einheiten aus der vorhergehenden Runde weg (im Sinne von, sie können nicht mehr beordert werden - was auf dem Feld ist, bleibt auf dem Feld), was einen dazu bringt, taktisch zu planen, welche Einheiten man wann wie einsetzt.
Die Karte aktualisiert sich im Sekundentakt und lässt nachvollziehen, welche Seite gerade wo wie stark vorgedrungen ist, um die Flaggen einzusammeln. Wer die Mehrheit der Flaggen oder gar alle Flaggen besetzt, gewinnt - so weit, so klassisch. Natürlich gilt es dabei, sowohl den Luftraum zu erobern oder zu beschützen als auch in den Bodenkampf zu gehen.
Mein Einzug aufs Schlachtfeld
Auf Steel Division 2 wurde ich 2025 aufmerksam gemacht. Zu dem Zeitpunkt begann meine "Steamkarriere" langsam Fahrt aufzunehmen und einem neuen Spiel war ich nicht abgeneigt, auch, wenn es am Anfang ganz schön überwältigend aussah für einen Noob wie mich.
Es handelte sich dabei um ein Spiel, das wir als Multiplayer spielen würden, was es einerseits ein Stück weit spannender machte, aber irgendwo auch Sorge bereitete als der Anfänger der Gruppe. In die wurde ich immerhin relativ gut aufgenommen und es wurden einige Wochenenden damit verbracht, Runde um Runde gegeneinander zu spielen. Man kann es natürlich auch zu zweit oder zu mehr gegen die KI spielen, aber unsere Runden waren immer 2vs2.
Eigene Erfahrungen
Da es sich hierbei um mein erstes Spiel der Kategorie 2vs2 Zweiter Weltkriegsspiele handelte, kamen natürlich ganz viele neue Eindrücke auf mich zu. Dazu gehörte, wie viel Micromanagement dazu gehört, ständig den Kurs einzelner Einheiten zu korrigieren oder anzupassen, wenn Gefahr im Verzug war oder wenn man eine Chance zum Angriff sah.
Dadurch, dass ich Mitspieler hatte, die deutlich besser darin waren (2/3 waren definitiv schon Richtung Expertenlevel einzustufen), konnte ich natürlich mir einiges abgucken, aber gleichzeitig fühlte es sich beinahe schon amüsant an, wenn es in der Nachbesprechung hieß "Ich konnte gleich merken, dass Magda auf der Seite spielt". Sei es wegen zögerlicher Pushes oder einer gewissen Inaktivität entspringend dessen, dass man es nicht besser wusste, was zu tun. Nichtsdestotrotz hatte die Runde Spaß miteinander und es kam eigentlich jedes Mal dazu, dass man mindestens zwei Runden spielte, was vermutlich sowohl für das Spiel als auch für meine wachsenden Fähigkeiten sprach.
Es hat mir definitiv auch gezeigt, wie man strategisch Pläne umsetzt, gerade in der gemeinsamen Kommunikation - wenn einer vorstößt, hält man dessen Rücken frei oder nutzt es auch, um vorzustoßen und gemeinsam zu überwältigen auf allen Fronten.
Persönliches Highlight
Ein Highlight gab es - es handelte sich dabei um eine Runde, bei der ich auf einer relativ bewaldeten Seite spielte. Ich hatte je einen "Expertenlevelspieler" auf meiner Seite und mir gegenüber, was ich natürlich auch gleich zu spüren bekam. An den genauen Ablauf erinnere ich mich nicht mehr, nur, dass ich durchaus in der Lage war, ihm gut Paroli zu bieten und seinem versuchten Push über meinen waldigen Hügel in den Weg zu treten. In der Nachbesprechung wurde spekuliert, dass mein Mitspieler mir zur Seite stand oder mich zumindest angeleitet hat, dieser war jedoch definitiv damit beschäftigt, seine eigene Seite stabil zu halten - dementsprechend hatte ich anscheinend an dem Tag wahres taktisch-strategisches Wissen bewiesen, ohne es zu wissen oder zu merken. Definitiv ein Ego-Boost!
WARNO vs Steel Division 2 - was für wen?
Wer eher auf älter wirkende Kriegsspiele steht, wird in SD2 definitiv eine Freude finden - die Grafik spricht für sich selbst. Die Kartenauswahl ist auch nach Orten benannt im Gegensatz zu WARNO - zwar kann man hier auch nach klein, mittel und groß sortieren, aber im Gegensatz zu WARNO gibt es keine direkte Filtermöglichkeit nach 2, 4 oder x Spieler und ob zerstört oder erobert werden soll. Auch die Musik fällt größtenteils weg, dafür bleiben die ab und an flapsigen Sprüche und Kommentare der einzelnen Einheiten, wobei selbst diese primär fallen, wenn die Einheit verletzt oder angegriffen wurde.
Wer lieber moderne Kameraführung zu schätzen weiß, wird dementsprechend hier nicht glücklich werden. Natürlich kann man immer noch hinein zoomen und Einheiten beobachten, aber man muss den Stil eben mögen. Man merkt jedoch, dass der Entwickler für die beiden Spiele derselbe ist.
Wenn man eher auf strategische Live-Herausforderungen steht, ist hier richtig - dadurch, dass man in drei Phasen spielt, muss man von vornherein geschickt planen, welche Einheiten man in welcher Phase haben will und wie viel, während man natürlich nur begrenzte Ressourcen hat. Das kann durchaus ein bisschen trial and error sein für den Anfänger, gerade was in welchen Phasen am meisten Sinn macht. Wenn man das Glück hat und jemanden hat, der einem bereits fertige Divisionen zur Verfügung stellen kann, hat man definitiv einen großen Vorteil.
💡Wer sich für eine ausführlichere Rezension zu WARNO interessiert, findet diese [hier]
Ich selber habe primär Alliierte gespielt und kann dementsprechend keinen allzu qualifizierten Kommentar zu den Achsenmächten geben. Falls du das kannst, kommentiere gerne! Jedoch würde ich nicht wirklich einen so großen Unterschied vermuten und eher davon ausgehen, dass am Ende des Tages man immer wieder sagen kann "[...] ist quasi das Äquivalent zur Einheit [...] der Gegenseite" - wobei es sich hierbei natürlich nicht um 1:1 identische Einheiten handeln muss. Aber ein ausgewogenes Kräfteverhältnis ist natürlich trotzdem möglich.
Worauf musst du achten, ob es für dich geeignet ist?
Wenn du vielleicht ein optisch schlichteres, aber inhaltlich nicht weniger, sondern auch anders forderndes Spiel suchst, dann bist du hier richtig. Du musst immer noch taktisch rundenbasiert und in Echtzeit planen und deine Züge ausführen, eingeschränkt durch deine Punkte.
Du solltest auch keine Angst haben vor aktiven Pushes, um die Linien zu deinen Gunsten zu verschieben und wenn du dann auch noch auf die spektakulären Funkenflüge von WARNO verzichten kannst, dann ist das Spiel definitiv geeignet für dich.
Fazit
Steel Division 2 war damals eine konkrete Einführung für mich in diese Art von Spielen und wird deswegen immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Ich werde auch stets mit einem leichten Grinsen an die gemeinsam verbrachten Nachmittage denken, in denen wir uns gegenseitig die Divisionen um die Ohren gehauen haben und es ist durchaus ein Spiel, zu dem ich mich zurückkehren sehe. Aus Recherchezwecken wurden natürlich Screenshots aufgenommen und hier dementsprechend auch verortet. Dementsprechend sieht man hier eigene Aufnahmen eines Kampfes gegen die KI meiner Wenigkeit.
Als Anfängerspiel mit jemandem an der Seite, der vielleicht noch ein wenig Wissen mit sich bringt, was Divisionen auskennt, ist es durchaus geeignet, um einmal hinein zu schnuppern in diese Form der live Kriegsführung. Gegen einen Einstieg durch WARNO spricht natürlich auch nichts ;-)
Was sind deine Erfahrungen mit Steel Division 2? Und war war dein erstes Spiel in die Richtung?
Lass es mich gerne wissen!




