Mit dem meteorologischen Beginn des Herbstes am 1. September, bin ich sicher nicht der Einzige, der sich auf die bunteste Jahreszeit freut. Denn in dieser erfahren wir so viele (sichtbare) Veränderungen wie in sonst keiner anderen Jahreszeit: "Ich werde in die Tannen geh'n, dahin, wo ich sie zuletzt geseh'n. Doch der Abend wirft ein Tuch aufs Land, und auf die Wege hinterm Waldesrand."
Eine schönere Einleitung kann es für den Herbst nicht geben: Bunte Blätter, warme als auch vertraute Sonnenuntergänge, die Umbruch versprechen, gepaart mit frischer Luft aus kleinen Regengüssen, die uns erden und bereit machen für das, was kommt: der Herbst. Also festes Schuhwerk unter die Füße und ab in den Wald, um dort nach Pilzen zu suchen.
Ein Pilzsimulator wächst aus dem Boden
Durch den Entwickler Sebasa Games können wir in diesem Herbst in eine etwas andere Simulation eintauchen. Denn ohne auch nur die Haustür zu öffnen, können wir durch einen virtuellen Wald gehen und nach Speisepilzen jagen in einem etwas anderen Walking-Simulator.
Der Mushroom Hunter Simulator im Test (Demo)
Einen kleinen Einblick können wir bereits jetzt über die Demo des Entwicklers erlangen. Diese ist nach eigenen Angaben gut 30 Minuten lang.
Im Mushroom Hunter Simulator befinden wir uns in einem grafisch anspruchsvoll gestalteten Wald mit hochauflösenden Texturen, in dem die Pilze bereits auf uns warten, gepflückt zu werden. Doch mit dem Pflücken sind wir nicht am Ende der Simulation angekommen.
Auch Verarbeitungsschritte wie das Garen oder Einkochen von Pilzen sowie deren notwendige Vorarbeiten erwarten uns. Das Besorgen von essenziellen Dingen wie Feuerholz oder Einmachgläsern zur Erfüllung von Anfragen steht ebenso auf der Tagesordnung.
Wir können in unserem Wäldchen insgesamt neun Pilze finden:
| 🍄🟫 Speisepilze | 🍄 Giftige Pilze | ☠️ Tödliche Pilze |
| Birkenpilz, Butterpilz, Maronenröhrling, Pfifferling, Steinpilz, Täubling, Rotkappe. |
Fliegenpilz |
Grüner Knollenblätterpilz |
⚠️ Wichtiger Hinweis: Gesundheitsgefahr!
Eine Simulation – egal wie gut sie gemacht ist – ersetzt weder eigene Erfahrung noch das notwendige Wissen, um sicher Pilze zu bestimmen. Einige Pilze haben Artverwandte oder stark ähnliche äußerliche Merkmale. Fehler in der Bestimmung von Pilzen können schwere gesundheitliche Folgen haben.
- Im Zweifelsfall: Lass die Finger von Pilzen im Wald und kaufe sie lieber aus sicheren Quellen wie dem lokalen Bio- oder Supermarkt.
🚨 Akute Notfälle: Solltest Du Pilze aus dem Wald konsumiert haben, bei deren Art du dir unsicher bist, und dich unwohl fühlen, wähle bitte sofort den Rettungsdienst unter dem Notruf 112.
Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen
Nachdem wir uns den großen Korb besorgt haben, kann unsere Pilz-Sammelleidenschaft beginnen. Wir streifen im Wald umher, genießen wunderschöne Farbwechsel von Licht und Fauna und begegnen unterschiedlichsten Fungi in freier Natur. Während wir unseren eigenen Schritten und auch den Vögeln lauschen können, wandert ein Pilz nach dem anderen in unseren Korb. Doch im Laufe des Spaziergangs zeigen sich die ersten Hürden:
Die Bugs im Wald
Der Mushroom Hunter Simulator ist derzeit als Demo spielbar, bevor die Vollversion voraussichtlich am 22.10.2026 erscheint. Anders als bei frühen Alpha- oder Beta-Fassungen bekommt ihr hier (eigentlich) keine schwer fehleranfällige Testversion, sondern einen weitgehend fertigen Spielzustand – lediglich mit eingeschränktem Umfang, wie etwa einer begrenzten Spielwelt.
In meinem Testlauf (haha - Doppeldeutigkeit) konnte ich einige interessante Fehler feststellen, welche eher in einer offenen Beta als in einer Demo vorkommen sollten:
- Interaktionen sind nicht ganz stimmig: Gleich zu Beginn fällt auf, dass wir vor einer verschlossenen Tür stehen. Ob dieser Zustand gewollt ist, können wir nicht sagen, da hier der Anzeiger einer Interaktion einfach fehlt. Doch zum Glück bekommen wir mit der Taste 'E' die entsprechende Tür geöffnet.
- Bargeld, wofür? Wir können in der Demo schon erste Aufträge erfüllen oder aber die Pilze einzeln verkaufen. Hierfür sehen wir an der Kasse, was für hart verdiente Taler wir für unsere Arbeit erreichen. Doch nach dem Verkauf sehen wir nirgends, wie viel Geld wir überhaupt besitzen. Wir könnten auch einfach alle Werkzeuge und Hilfsmittel am Stand kaufen, da es nicht relevant ist, Geld oder eben kein Geld zu haben.
- Ständig gleiche Laufgeräusche: Ob wir über Stock, Stein, Matsch oder Rasen latschen, die Laufgeräusche verändern sich nicht. Hier hinkt definitiv die doch sonst schöne Spielwelt hinterher. Eintönige, sich wiederholende Geräusche im Bewegungsablauf, der nicht auf die Spielwelt zugeschnitten ist, sind meist eher ein schlechtes qualitatives Merkmal eines Spiels / Simulators.
- Fehlende Tageszeiten: Während des Testlaufs konnte ich keine Änderung am Lichtsetting feststellen. Dies könnte gerade im Wald doch auch noch mal für eine andere Stimmung sorgen, da die Bäume sehr große Schatten werfen.
- Fehlende Physik: Manchmal hängen die Witze des Profs schwer in der Luft, und manchmal fehlt einfach die entsprechende Physik für Objekte.

- Völlig losgelöst: Es ist ein kleiner Schritt für einen Mann, und doch fühlt es sich an wie der Sprung auf dem Mond. Denn wer beim Laufen die Leertaste für einen Sprung nutzt, der fühlt sich schon recht schwerelos, bis man gefühlt nach 2 Sekunden wieder den Boden unter sich berührt.
- T-Rex-Ärmchen inklusive: Gerade wenn man Pilze sortiert, merkt man schnell, dass die Arme unseres Pilzesammlers doch recht kurz sind; schafft man es doch nicht, Pilze oder Objekte auch nur bis zur Mitte eines Tisches abzulegen.
Mein persönliches Fazit
Nicht nur einfach in den Asset-Topf gegriffen und auf Steam geworfen, aber eben auch nicht wirklich poliert.
Für eine Demo finden wir im Mushroom Hunter Simulator gute Ansätze, die Potenzial haben. Doch aufgrund einiger fehlender Systeme und technischer Unstimmigkeiten wirkt die Demo für mich zunächst eher wie ein Beta-State. Gerade der fehlende Wirtschaftskreis oder die ewig gleiche Soundkulisse sind Punkte, die für mich bereits in einer Demo hätten funktionaler umgesetzt sein können.
Bis zur Veröffentlichung am 22.10. hat der Entwickler Sebasa Games noch einiges zu tun, um einen wirklichen Simulator abzuliefern und nicht nur eine Asset-Sammlung. Sofern alle angesprochenen Unstimmigkeiten behoben wurden und noch weitere Inhalte ergänzt werden, halte ich einen Preis von 4,99 bis 7,99 Euro für einen absolut gerechtfertigten Gegenwert für dieses Waldabenteuer.
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Bildquellen: Screenshots aus dem Spiel
Vorläufige Bewertung des Demo-Builds vom 21.09.2026
Ist für dich ein solcher Simulator interessant – oder hörst Du eher die Pilze wachsen?