Strategie-Fans aufgepasst: WARNO hat ein neues DLC mit dem Namen "Tropic Storm" angeteasert. Aber was hat es mit dem Real Time Strategy Game eigentlich auf sich und was macht es so besonders im Vergleich zu dem ein oder anderen Game?
Und vor allem - lohnt sich die Investition?
Aber was ist überhaupt WARNO?
WARNO ist ein 3.-Weltkrieg-Simulator, der am 23. Mai 2024 von Entwickler und Publisher Eugen Systems auf Steam veröffentlicht worden ist.
Es behandelt, wie ein dritter Weltkrieg aussehen könnte, wenn der Kalte Krieg heiß geworden ist und die Welt sich in NATO und Pakt spaltet - beide Seiten haben ihre Vorteile und Nachteile, ihre Stärken und Schwächen, die sie zu kompensieren versuchen, um den Gegner keine Angriffsfläche zu bieten.
Je nach Einheit und je nach Spieler gelingt dies mal gut und mal weniger gut - so werden sich auch hier wie in zahlreichen anderen strategischen (III)Weltkriegsspielen, sei es Echtzeit oder rundenbasiert (beides Eigenschaften, die WARNO bietet) die klassischen Panzer-Spieler finden, ebenso wie die Infanteristen oder die, die bevorzugt in den Luftkampf gegen ihre Feinde ziehen.
All diese Strategen werden in diesem Spiel fündig durch die Möglichkeit, eigene Einheiten zu erstellen oder bereits vorbereitete Einheiten zu verwenden. Das ermöglicht, direkt Einheiten als Konter zum Gegenüber zu verwenden - sei es, dass man gegen Fremde, Freunde oder KI spielt. Wenn man weiß, wo die Stärken des Gegenüber liegen, kann man dementsprechend direkt zum Gegenschlag ansetzen, sei es durch Aufteilung der Gegeneinheiten bei 2+ Spielern oder durch ein "Allround"-Deck, das von allen Dingen etwas enthält, um dem standzuhalten, was zu kommen droht und den Feind an der Achillesferse zu treffen droht.
Nachdem man eine Karte ausgesucht hat, teilt sich die Welt in zwei Teile - man wird automatisch auf den Kartenbereich geschickt, für den man zuständig ist, man kann jedoch natürlich auch einen Überblick über die gesamte Karte erlangen, um strategische Vor- und Nachteile auf beiden Seiten zu identifizieren aber auch, um abzuwägen, welche Einheit (oder welcher Spieler) von wo kommen wird, um dementsprechend die eigenen Einheiten zu platzieren.
Wenn beide Seiten sich bereit erklären (sollte nur eine Seite bereit sein, bekommt die andere immerhin noch 3 Minuten, um die letzten Platzierungen zu vollziehen), wird innerhalb einer vorgegebenen Zeit gespielt. Jedes Feld benötigt seinen eigenen Command, das kann ein Panzer, ein Infanterist oder ein Logistikfahrzeug sein. Solange der Command im Feld lebt, besitzt man dieses. Mit Ableben des Command bleibt das Feld zwar noch im eigenen Besitz, aber sobald die Gegenseite einen eigenen Command in das Feld stellt, gehen die Punkte an sie.
Wenn eine Seite besonders schnell viele Felder für sich gewinnen kann oder wenn das Gegenüber auf weniger belegte Felder kommt als man selbst, tickt man positiv und kann somit die Spielzeit verkürzen, innerhalb derer es dann die Grenzen zu wahren gilt, um als Sieger aus der Runde hervorzukommen.
Spielmodi in WARNO
Wie oben gesagt bietet WARNO aber nicht nur die Möglichkeit, in Echtzeit gegen Mensch oder KI zu spielen, sondern auch, rundenbasiert Entscheidungen zu treffen und sich im strategisch-taktischen Denken zu üben - dazu gibt es die Army General Kampagnen.
In diesen spielen auch wieder NATO gegen Pakt, man kann sich für eine Seite entscheiden, was je nach Kampagne Vorteile mit sich bringen kann, und dann wird Runde um Runde gezogen. Es gilt, Missionen zu erfüllen, in den Krieg zu ziehen, wo notwendig, um diese zu erfüllen und Ziele zu erreichen und ganze Divisionen zu zerschlagen - was einmal weg ist, bleibt auch weg, was dazu verleitet, doch einmal mehr nachzudenken, ob ein Schlag sinnig ist, wenn der Nachschub doch noch fünf Runden entfernt ist oder ob es sich lohnt zu warten, wenn das Gegenüber zu sammeln beginnt und mit einer starken Faust zuschlagen könnte.
Aber Krieg bedeutet auch immer wieder, das Unvorhersehbare vorherzusehen und genau dafür eignen sich diese Solo Plays.
Spieltauglichkeit
Die Autorin selber ist noch gar nicht so lange aktive Zockerin, erst seit 2024 ungefähr, und dementsprechend fehlt es an Jahren der Erfahrung, die ihre Freunde mitgebracht haben, die ihr das Spiel vorgeschlagen haben. Das war ein großer Vorteil, um das Spiel relativ schnell zu erlernen (Stand heute hat besagter Freund immerhin 377 Stunden in game verbracht und die Autorin auch schon an die 105 Stunden), was jedoch ganz weit davon entfernt ist, stets den Sieg nach Hause zu tragen. Etliche Runden wurden jedoch schon gewonnen, sei es gegen die KI oder gegen andere Freunde, die ebenfalls das Spiel für sich entdeckt haben - genauso viele, wenn nicht sogar mehr wurden jedoch verloren.
“Der einzige Vorteil, den ich dir gegenüber noch habe in game, ist das Micro(management)
”
Das Micromanagement in WARNO ist definitiv nicht ohne - während man Einheiten befehlen kann, sich an Orte zu begeben und dort zu entladen oder man Helikoptern und Flugzeugen befehlen kann, Gegenden abzufliegen oder sogar unter Beschuss zu stellen, muss man stets ein wachsames Auge darauf haben, was das Gegenüber macht. Ein Flugzeug, das über aktive Flak (aka Flugabwehr) fliegt, wird die längste Zeit ein Flugzeug gewesen sein, bevor es am Boden landet und nicht mehr in der Lage sein wird, seine eigenen Napalm-Bomben loszuwerden.
Das Gute jedoch ist zugleich, dass es auch ohne Micro gut zu spielen ist, wenn man einen Partner an seiner Seite hat, der mit ein Auge darauf hat - oder eben, wenn man in der Lage ist, dem Gegner zuvorzukommen und ihn in so eine schwierige Situation zu bringen, dass er gar keine Chance hat, sein eigenes Micromanagement zu überprüfen, weil auf einmal eine Lawine an T-80 Panzern über sein Feld rollen und seinen Command zu erledigen drohen.
Während es das Basisspiel bereits für 39,99 gibt, ist das Gold Bündel auch zu haben für etwas weniger als den doppelten Preis. Dies enthält neben dem Basisspiel auch

- Digital Guides (Hintergrundgeschichte, was 1989 passiert ist in diesem Spiel, Beschreibungen der Einheiten und Buchempfehlungen auf fast 200 Seiten verteilt)
- Nemesis #1 - Air Assault (beinhaltet die U.S. 101st Airborne Division und die Soviet 56th Separate Air Assault Brigade)
- Nemesis #2 (hier kann der Spieler aktiv mitentscheiden, welche Einheiten als Nächstes gelaunched werden)
- NORTHAG (zwei neue Army General Kampagnen und vier neue Operationen mit zehn neuen Einheiten - darunter Belgien, die Niederlande und Polen) und
- SOUTHAG (selbiges wie NORTHAG - nur, dass es diesmal Einheiten aus Kanada, Spanien und der Tschechoslowakei sind).
Fazit
Alles in allem sei gesagt, WARNO ist ein durchaus beeindruckendes RTS Spiel, das die Herzen von Kriegssimulationsliebhabern höher schlagen lassen dürfte durch seine vielschichtigen Möglichkeiten, sich auszuprobieren und stets dazuzulernen, sodass der Lerneffekt immer wieder erhalten bleibt.
Während es nicht immer anfängerfreundlich zu sein vermag, bedarf es oft nur weniger Runden, um sich immer besser hineinzufuchsen und seinen eigenen Kriegsstil zu erkunden.



